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Wie ihr wahrscheinlich wisst, pflanze ich in knapp zwei Wochen zusammen mit dem Bergwaldprojekt e.V. im Harz meine erlaufenen und die von euch gespendeten Bäume. Einige von euch haben mich gefragt, wie ich auf den Bergwaldprojekt e.V. gekommen bin und was der Verein genau macht? Deshalb möchte ich mit diesem Newsletter euch die Arbeit des Bergwaldprojekts e.V. näher bringen.

Aufbäumen! Pflanzcamp des Bergwaldprojekts zum 30-jährigen Jubiläum im Harz

Der Wald in der Klimakrise

Die Klimakrise hat uns längst erreicht. 300.000 Hektar Wald sind in Deutschland infolge der letzten drei Dürrejahre abgestorben. Die Ursachen sind menschengemacht. Fichten- und Kiefernmonokulturen, die mehr als die Hälfte der deutschen Wälder ausmachen, sind am stärksten gefährdet. Das Bergwaldprojekt e.V. engagiert sich seit 30 Jahren mit Tausenden Freiwilligen jährlich für den naturnahen Waldumbau von labilen Nadelholzforsten hin zu klimastabilen Mischwäldern mit der Pflanzung und dem Schutz von standortheimischen Baumarten, um die unverzichtbaren Schutzfunktionen unserer Wälder für Trinkwasser, Klima, saubere Luft, Artenvielfalt etc. zu erhalten.

Situation vor Ort

Der Wurmberg ist mit 971 m der höchste Harzer Berg in Niedersachsen. Seit 1992 arbeitet das Bergwaldprojekt e.V. im Revier Braunlage (Niedersächsisches Forstamt Bad Lauterberg) am ökologischen Waldumbau und bei der Renaturierung von Bachläufen. Der Anteil der Fichte lag damals bei etwa 85 % – letztlich als direkte Folge des Bergbaus, der seit 1515 im gesamten Gebiet intensiv betrieben wurde: Holz war der wichtigste Bau- und Betriebsstoff, sei es als Holzkohle, Feuer-, Bau- oder Grubenholz; die Urwälder wurden im Laufe der Zeit zur Kulturlandschaft umgestaltet.

Typisch für den Harz waren ursprünglich Mischwälder aus Buche und Bergahorn, die bis fast 700 Meter Höhe hinauf reichten. Erst in höheren Lagen trat natürlicher Bergfichtenwald auf. Heute beherrschen ab 400 Meter Fichtenbestände das Bild. Aufgrund der übermäßigen Holznutzung wurde ab 1730 großflächig mit der schnellwüchsigen „Flachlandfichte“ aufgeforstet.

Die fortschreitende Klimakrise und speziell die drei heißen letzten Sommer führten dazu, dass aufgrund von Trockenschäden, Sturmwurf und Borkenkäferkalamitäten über 1.500 ha Wald im Forstamt Bad Lauterberg abgestorben sind – davon über 100 ha im Bereich des Wurmbergs. Aufgrund der Entnahme der befallenen Bäume (Fichtenborkenkäfer Buchdrucker und Kupferstecher) sind große Freiflächen entstanden, die nun zum Teil ein waldfeindliches Klima aufweisen, das zu Strahlungsfrost, Vergrasung, Verminderung des Nährstoffgehalts von Böden (Aushagerung) und Trockenheit führen kann.

Um auf den devastierten Fichtenflächen eine naturnahe Waldentwicklung zu fördern, wird das Bergwaldprojekt vom 11. Bis 24. Oktober 2020 im Rahmen eines Pflanzcamps mit etlichen Freiwilligen zum 30-jährigen Jubiläum des Vereins am Wurmberg über 19.500 standortheimische Bäume pflanzen.

Die Freiflächen werden mit Vorwaldbaumarten wie Schwarzerle, Grauerle und Sandbirke bepflanzt. Auf kleineren Freiflächen wird Bergahorn gepflanzt. In noch vorhandenen Schattbereichen wird die Weißtanne als künftige Stabilitätsbaumart eingebracht. Mithilfe dieser Maßnahmen wird ein waldfreundlicheres kühles Klima auf den Flächen erzeugt und der lebenswichtige Humus erhalten. Die Wurzeln der Erlen sichern und verbessern über Strahlenpilze den Boden. Um das gesunde Aufwachsen der Hauptbaumarten zu gewährleisten, werden Teilflächen gegen Wildverbiss ebenfalls von den Freiwilligen eingezäunt.

Gemeinsam mit dem niedersächsischen Forstamt Bad Lauterberg wird so ein wertvoller Beitrag für den Erhalt des Waldes und die Förderung gemischter, stabiler und artenreicher Wälder der Zukunft geleistet.

Gemeinsam anpacken

Die drei hinter uns liegenden Jahre haben weltweit gezeigt, welche Auswirkungen die Klimakrise auf unsere Umwelt, die Tiere und Menschen hat – die Zeit drängt. Das Pflanzcamp im Harz setzt den dramatischen Nachrichten, die uns tagtäglich erreichen und uns oftmals mit Resignation zurücklassen, konkret etwas entgegen. Zahlreiche Ehrenamtliche übernehmen mit dem Bergwaldprojekt kollektiv Verantwortung, werden aktiv und setzen sich selbstwirksam für den Schutz und Erhalt des Ökosystems

Wald am Wurmberg und damit auch für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen ein. Die große Resonanz der Bevölkerung, bei dem Camp mitzuwirken, zeigt, dass immer mehr Menschen bewusst ist, dass ein Weiter-wie-bisher nicht auf Dauer möglich ist.

Baumpflanz-Termine:

• 108D2020 Einsatzwoche Braunlage vom 11. bis 17.10.2020

• 109D2020 Einsatzwoche Braunlage vom 18. bis 24.10.2020

Anmeldung / Warteliste jeweils unter: www.bergwaldprojekt.de/projekt/1416/Braunlage/149. Zusätzlich finden einzelne Pflanztage (Neihaufeschte) auch für Familien an folgenden Tagen statt: 17. und 18.10.2020. Anmeldungen zu den Pflanztagen bitte über info@bergwaldprojekt.de oder telefonisch unter 0931 – 452 62 61. Die Teilnahme an allen Terminen ist kostenlos, die Unterkunft für einen Wochen-, ein- oder zweitägigen Einsatz und die Verpflegung für alle Einsätze übernimmt das Bergwaldprojekt e.V.

Bergwaldprojekt e.V.

Das Bergwaldprojekt e.V. mit Sitz in Würzburg organisiert deutschlandweit Freiwilligen-Wochen mit jährlich ca. 3.000 Teilnehmenden und über 100 Projektwochen an verschiedenen Standorten. Ziele der Arbeitseinsätze sind, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme zu erhalten, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Bedeutung und die Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und eine breite Öffentlichkeit für einen naturverträglichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu bewegen. Der Verein finanziert sich größtenteils aus Spenden.

Mehr Infos: www.bergwaldprojekt.de.

Wenn Sie die Arbeit des Bergwaldprojekts e.V. unterstützen wollen, können Sie gerne Bäume ein paar Tree-Athlete Bäume spenden. Alle Spenden gehen an das Bergwaldprojekt e.V. und der Verein übernimmt jegliche Verwaltungskosten, sodass 100 % Ihrer Spende für die von Ihnen gewählte Anzahl von Baumpflanzungen verwendet wird.

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