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Zwischen dem 22.10. und 24.10. haben sich 21 Tree-Athletes in der Gerhard-Koch-Skihütte in Oderbrück zusammengefunden. Gemeinsam haben wir viel erzählt, diskutiert, philosophiert, gelacht und viele pflanzliche Speisen verzehrt. Wir haben es uns richtig gut gehen lassen, waren dabei aber auch sehr aktiv.

Gibt es einen schöneren Weg als den Tag mit einer gemeinschaftlichen Morgenaktivierung mit Gleichgesinnten zu beginnen? So sind wir gleich fit und munter in die Tage gestartet, bevor es ein üppiges rein pflanzliches Buffet (Sonntag sogar mit veganem Rührei und frisch gebackenen Bretzeln) gab. Es ging vor allem darum, sich kennenzulernen und das Erlebnis Natur zu genießen, aber Samstag stand auch etwas Waldarbeit auf dem Programm. So sind wir von der Hütte zu der Fläche (ca. 6 km) gewandert, wo Felix letztes Jahr zusammen mit dem Bergwaldprojekt kleine Bergahorn-Setzlinge gepflanzt hat. Dabei hat Felix uns über einige traurige Entwicklungen im Harz aufgeklärt:

  • Im Nationalpark und in den umliegenden Zonen steht aktuell so gut wie kein nicht geschädigter Baum.
  • Teilweise sind 80 % der nachgepflanzten Bäume von Wildverbiss und/oder Nagetieren wie Mäuse und Hasen letal beschädigt. Vor allem nagen Mäuse die Bäume so stark an, dass die Nahrungsversorgung der kleinen Bäume unterbrochen wird oder Hasen oder Rehe beißen den Terminaltrieb ab, sodass die Bäume entweder nicht mehr in die Höhe wachsen oder gar nicht weiterwachsen.
  • Viele neu gepflanzte Bäume haben nur eine Überlebenschance, wenn sie aktiv beschützt und gepflegt werden.
  • Buchenwälder würden ohne menschliches Wirken zwei Drittel der Nationalparkfläche bedecken, aktuell wachsen aber nur auf einem knappen Fünftel der Fläche Laubwälder.

An der Fläche mit den Setzlingen angekommen, mussten wir erst einmal die versteckten kleinen Bäumchen suchen.

Denn durch den zum Glück niederschlagsreichen Sommer waren die Setzlinge überwiegend von einer hohen und dichten Begleitvegetation verdeckt. Dadurch genießen Mäuse einen sehr guten Sichtschutz und können in Ruhe die kleinen Baumstämme annagen. Dabei beschädigen sie oft die Wasser- und Nährstoffversorgung der Pflanzen, sodass die jungen Bäume an den gleichen Ursachen eingehen wie die alten vom Borkenkäfer befallenden Fichten. Die Förster haben dafür das traurige Sprichwort: „Gras, Maus, Aus!“. Außerdem bekommen die Pflanzen durch die Begleitvegetation nicht genügend Sonnenlicht und können bei starkem Schneefall von der runtergedrückten Vegetation erdrückt werden. Deswegen hieß unser Auftrag, rupft raus, was das Zeug hält und macht die Bäumchen wieder frei. Nach zwei bis drei Stunden Rupferei wurde sich mit Bananenbrot, Nüssen, frischem Ingwertee und vielen anderen Leckereien gestärkt, bevor Alex von Energize Personal Training uns mit einem Aufwärmprogramm nochmal aufgeheizt hat. Danach sind einige von uns bei strahlendem Sonnenschein über den Wurmberg zurück zur Hütte gelaufen. Es war aber nie ein Muss und so gab es auch eine kleine Wandergruppe und eine Gruppe hat den E-Shuttle zurückgenommen und das vegane Kuchenfest vorbereitet.

Glücklich, ein wenig erschöpft, aber durchaus zufrieden haben wir uns abends nochmal zusammengefunden und uns darüber ausgetauscht und debattiert, wie wir unsere Tree-Athlete Bewegung fortführen wollen und welche Projekte wir in Zukunft anstoßen wollen.


Das nächste Mal werden wir im Frühjahr 2022 (wahrscheinlich April) zusammenkommen und dann werden wir hoffentlich neben Pflegearbeiten auch neues Leben pflanzen können.

Die 5 Tree-Athletes Linda, Franzi, Holger, Birger und Felix sind von Oderbrück direkt im Harz weitergezogen und haben sich einem Pflanzprojekt vom Bergwaldprojekt in Sangerhausen angeschlossen. Im letzten Jahr haben wir noch mit dem Bergwaldprojekt kooperiert und mit ihnen zusammen die Bäume gepflanzt, die an uns gespendet wurden. Da hatten wir noch eine Rechnung offen und um unseren Versprechungen nachzukommen, haben wir die ausstehenden Spenden in viele gepflanzte Bäume umgewandelt. Insgesamt haben wir mit der Gruppe mehr als 5.000 Weißtannen, Trauben-Eichen und Douglasien gepflanzt. Davon haben die Tree-Athlete Pflanzmaschinen Holger und Franzi wahrscheinlich mehr als die Hälfte gepflanzt 😉 und uns andere wie Amateure aussehen lassen.

Es ist einfach immer wieder schön, mit guten Freunden in der Natur zu sein und dabei zu helfen, die natürlichen Ökosysteme zu stabilisieren und zu stärken. Bei uns steigt jetzt schon wieder die Vorfreude, mit euch rauszugehen und der Natur etwas zurückzugeben.

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Du bist herzlich eingeladen, dich unserer Tree-Athlete Bewegung anzuschließen und mit Freude und Energie gemeinsam der Natur etwas zurückzugeben.

Unser letztes Aufbäumen
Agroforst-Projekt im Allgäu (31.03.22 - 03.04.22)

Gemeinsam haben wir 117 Walnussbäume, 83 Haselnüsse, 64 Esskastanien und 400 Pappeln im Allgäu gepflanzt.