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Eines der leidtragenden Ökosysteme sind die Ozeane. Bis zu 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll gelangen jährlich in unsere gigantischen Planschbecken (WWF, 2020). Im letzten Jahr kamen über 1,5 Milliarden Mund- und Nasenschutzmasken hinzu (Ocean Asia, 2021). Der Abfall in den Meeren besteht zu mehr als zwei Drittel aus Plastik und ist ein ständig wachsendes Problem und kostet jedes Jahr unzähligen Tieren das Leben, die Plastiktüten, Einwegmasken oder andere Plastikpartikel im Magen hatten oder sich in den Fischernetzen oder Gummibändern der Masken verhedderten und deswegen qualvoll verendeten. Außerdem dauert die völlige Zersetzung von Plastik mehrere Hundert- bis Tausendjahre und bis dahin zerfällt es lediglich in immer kleinere Partikel. Diese kleinen, festen und wasserunlöslichen Plastikpartikel unter 5mm Größe werden Mikroplastik genannt. Im Meer sind gerade diese kleinen Partikel ein großes Problem, da sie von den Meerestieren mit Nahrung wie Plankton verwechselt werden. Mikroplastikpartikel gelangen problemlos in die Körper von Meerestieren und können durch deren Verzehr auch in den menschlichen Organismus aufgenommen werden.

Es betrifft also nicht nur die maritimen Ökosysteme, sondern auch uns Menschen. Wir haben produzieren diesen Müll und deswegen ist es auch unsere Verantwortung, die Ozeane von den Unmengen an Plastikmüll und Geisternetzen zu befreien.

Eine Möglichkeit ist es, die Plastikabfälle und alte Fischernetze zu recyclen und für Kleidungsstücke zu regenerieren. Ein Beispiel dafür ist das Braunschweiger Unternehmen Re-Athlete, die Sportkleidung aus 100% regenerierten ECONYL® bestehend aus 78% recycelten Polyamiden und 22% Elasthan herstellen. In diesem Zusammenhang haben sie bereits über 2,15 Tonnen dieser Nylonabfälle recycelt.

Wir sind stolz, dass wir zusammen mit unseren Braunschweiger Re-Athlete Freunden ein eigenes Tree-Athlete Tee (jetzt auch in verschieden Farbkombinationen erhältlich) herausbringen konnten. Für jedes verkaufte Shirt, spendet Re-Athlete 1 Baum an Tree-Athlete e.V. Einfach ‚PFLANZTASTISCH‘. Aber damit ihr euch selbst ein Bild davon machen könnt, warum Re-Athlete für uns so außergewöhnlich ist, haben wir Re-Athlete Gründer Johannes ein paar Fragen gestellt. Viel Spaß und wir hoffen, ihr bekommt gleich richtig Lust, sinnvoll shoppen zu gehen und mit einem ‚Tree-Athlete‘ Tee (für Damen und Herren) einen Baum in die Welt zu setzen ;).

Re-Athlete

1) Es gibt immer mehr Kleidungshersteller, die Werbung damit machen, nachhaltige Textilien zu verwenden. Was genau sind überhaupt nachhaltige Textilien?

Johannes (Re-Athlete): Das ist eine komplexe Frage…Grundsätzlich sprechen wir von Nachhaltigkeit, wenn alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie, Soziales) eingebunden werden können. Im Zusammenhang der Produktion von Textilien geht es hier also um die verwendeten Stoffe (biologisch, recycelt…), die Produktionsbedingungen (Ort der Produktion, Bezahlung, Arbeitssicherheit usw.) und weitere Faktoren in der Wertschöpfungskette (z.B. Lieferwege, Partner…). Für uns bedeutet das konkret, dass wir ausschließlich ökologische Materialien -zurzeit Bio-Baumwolle und zwei Recyclingmaterialien zum einen aus Ozean-/Industriemüll und zum anderen aus PET Flaschen – verwenden. Des Weiteren produzieren wir unsere Textilien ausschließlich on demand in Deutschland. Es wird nur hergestellt, was auch online oder offline bestellt wird – damit vermeiden wir Produktionsüberschüsse oder Saisonware. Darüber hinaus versuchen wir, möglichst viele weitere Faktoren unserer Unternehmung nachhaltig zu gestalten, beispielsweise versenden wir klimaneutral und plastikfrei, spenden 1% des Bruttopreises eines jeden Verkaufs, nutzen nachhaltige Geldanlagen, lassen die Geschäftsräume mit Ökostrom versorgen, schicken unsere Stoffreste/Verschnitt zu einem Recyclingprojekt in Dänemark und neutralisieren die Emissionen unseres Online-Shops. Letztendlich ist jedes neuproduzierte Produkt nicht „nachhaltig“, wir versuchen aber unser Möglichstes, um den Fußabdruck unserer Artikel zu minimieren.

2) Wie unterscheidet ihr Euch von der Fast Fashion Industrie? Und welche ökologischen Vorteile hat Euer Ansatz?

Wir bringen, im Gegensatz zur Fast Fashion Industrie, lediglich zwei Kollektionen pro Jahr raus. Diese Produkte werden auch nicht nach einer Saison oder einer bestimmten Zeit aus dem Portfolio genommen, sondern verbleiben dauerhaft im Angebot. Wir setzen in diesem Zusammenhang auf zeitlose Designs. Wir beteiligen uns auch nicht an klassischen Verkaufsförderungen, wie z.B. Sale-/Rabattaktionen. Wir reduzieren in unregelmäßigen Abständen ausschließlich B-Ware, um Produkten mit kleinen Mängeln ebenfalls ein neues Leben zu schenken. Mit der schnelllebigen Textilindustrie hat unser Ansatz also wenig zu tun. Die ökologischen Vorteile beziehen sich vorwiegend auf die Einsparung von Ressourcen durch die On-Demand-Produktion und die nachhaltigen Materialien (Recycling-Nylon statt neuem Nylon durch Erdöl, weniger Wasserverbrauch durch Bio-Baumwolle).

3) Mit der wachsenden Weltbevölkerung und steigendem Konsumverhalten ist es unserer Meinung nach nicht mehr genug, nur nach effizienteren und umweltfreundlicheren Lösungen zu suchen. Vielmehr müssen wir aktiv der Umwelt und der Gesellschaft etwas zurückgeben. Welchen Beitrag könnt Ihr dabei leisten?

Wir können einen kleinen Beitrag leisten, indem wir das vorhandene Altplastik (in Form von Nylon-6-Wertstoffen) in den Meeren und von Deponien mithilfe unserer Partner recyceln. Dieses Plastik wird nie verschwinden, es zersetzt sich lediglich in Mikro- und Nanopartikel. Daher benötigen wir in der Gesellschaft neue Ansätze, um das vorhandene Plastik sinnvoll zu nutzen und gleichzeitig die Produktion von neuem Plastik zu reduzieren. Wie bereits gesagt, versuchen wir mit Re-Athlete möglichst nachhaltige und fairproduzierte (Sport-)Textilien als Alternative zu den konventionellen Marktbegleitern anzubieten. Dieses Konzept verbinden wir auch mit anderen Projekten, die unserer Umwelt wieder etwas zurückgeben, z.B. durch Aufforstung mithilfe des Tree-Athlete e.V.s oder unserem Partner zur Neutralisierung der Emissionen unseres Online-Shops.

4) Wie können wir Konsumenten dabei helfen, den ökologischen Fußabdruck von Kleidung zu reduzieren?

Den kleinsten ökologischen Fußabdruck haben natürlich Textilien, die sowohl nachhaltig produziert werden und gleichzeitig lange getragen werden. Wie bereits erwähnt, ist der nachhaltigste Einkauf jener, der nicht stattfindet. In dem man also qualitative, ökologische Textilien kauft und diese lange pflegt und trägt, kann man einen tollen Beitrag zur Slow-Fashion-Industrie beitragen. Für (Funktions-)Bekleidung aus Kunstfasern empfehlen wir hier auch den GUPPYFRIEND Washing Bag – dieser filtert bei der Wäsche die abgerissenen Mikrofasern, die ansonsten über die Kanalisation und Flüsse wieder im Meer landen. Gleichzeitig profitiert man von einem schonenderen Waschgang für die Textilien durch diesen Wäschebeutel.

5) Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in eurem Re-Athlete Team?

Für uns ist das Thema Nachhaltigkeit kein nachgelagertes Unternehmenskonzept, sondern Kerngeschäft in allem was wir tun. Wir versuchen jede Entscheidung – egal ob es um neue Stoffe, Produkte oder Anschaffungen geht – unter diesem Aspekt zu bewerten. Leider findet man heutzutage eine Vielzahl an Unternehmen, die versuchen, kleine ökologische Eyecatcher als Verkaufsstrategie zu nutzen, ohne dabei an ihr Kerngeschäft zu denken. Wir bemerken aber immer wieder, dass die KonsumentInnen immer kritischer und sensibler gegenüber diesen „Greenwashing“-Kampagnen werden und schnell merken, welche Unternehmen wirklich nachhaltig wirtschaften und welche nicht.

6) Ihr seid Partner des Tree-Athlete e.V. – wie identifiziert Ihr euch mit unserem Verein?

Der Tree-Athlete e.V. um Ultrarunner Felix Weber hat sehr viele Parallelen zu unserer Mission: Mithilfe des Sports können umweltfreundliche Projekte umgesetzt werden. Dabei hat der Sport die Chance eine große Masse an AthletInnen für diesen Zweck zu begeistern. Laufen und dabei (regionale) Bäume pflanzen? Finden wir super! Daher spenden wir sehr gern einen Baum für jedes verkaufte ‘Tree-Athlete‘-Produkt in unserem Shop. Felix ist darüber hinaus auch ein Athlet mit Vorbildfunktion: Sein minimalistischer Lebensstil und seine vegane Ernährung zeigen, dass man auch als Ausnahmeathlet nachhaltig leben kann. Dabei steckt seine Euphorie an. Er verblüfft unser Team mit seinen neuen (sportlichen) Zielen bei jedem Besuch. On top kommt natürlich, dass Felix ebenfalls aus der Löwenstadt Braunschweig kommt und unsere Region positiv repräsentiert.

7) Habt ihr einen besonderen Tipp zum Thema Nachhaltigkeit im Alltag, den jeder wissen sollte?

Wir haben leider nicht einen einzigen besonderen Tipp. Die vielen kleinen Umstellungen im Alltag machen den Unterschied. Jeder kann etwas bewirken, ohne sein Leben komplett umkrempeln zu müssen: Sei es das plastikfreie Deo, der GUPPYFRIEND Washing Bag, eine vegetarische/vegane Ernährung, die Holzzahnbürste, wiederverwendbare Backmatten, das Fahrrad anstatt des Autos, der Gang zum Unverpackt-Laden oder die Stoff- anstatt der Plastiktüte beim Einkauf. Im Internet findet man zahlreiche Zero-/Less Waste Tipps für den Alltag. Für den Einzelnen mag das nicht viel erscheinen, aber in der Masse machen diese Kleinigkeiten einen großen Unterschied.

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Unser letztes Aufbäumen
Agroforst-Projekt im Allgäu (31.03.22 - 03.04.22)

Gemeinsam haben wir 117 Walnussbäume, 83 Haselnüsse, 64 Esskastanien und 400 Pappeln im Allgäu gepflanzt.